Jüdenstraße 5

In der Jüdenstraße 5...

 

Unser Café WELTRAUM in der KulturBotschaft will Vermittler zwischen einer manchmal als abgehoben und unverständlichen Kunstwelt und den konkreten Lebensrealitäten der BürgerInnen sein. 

Gleichzeitig soll ein "Frei-Raum" für Experimente geschaffen werden, in denen ein Austausch zwischen diesen beiden Welten stattfinden kann, der zum beiderseitigen Nutzen ist. Ein angst-freier Raum, wo Unkonventionelles und Undogmatisches ausprobiert werden darf und mit der Außenwelt in einen Dialog tritt.

Offenes Atelier in der KulturBotschaft

 

Mit seinem historischen Kontext bietet das Grundstück eine besondere Möglichkeit zur Erforschung unserer kulturellen Herkunft.

Im Erdgeschoss befindet sich die ehemalige Buchhandlung und Verlag „Max Senf “.

Das Haus mit der ehemaligen Buchhandlung lädt dazu ein, sich einzubringen und eigene Projekte zu verwirklichen und will in Wittenberg eine kosmopolitische Ständige Vertretung - der kulturellen Szenen Berlins, der Partnerstädte Wittenbergs und aller Welt sein.

Die Buchhandlung kann als Veranstaltungsraum genutzt werden, der Laden wird in seinen historischen Kontext gesetzt und nach mehreren Jahren des Leerstands und anderer Nutzung als Ort des geistigen Austauschs wiederbelebt. Ein großer Garten und Hof laden zu Projekten und Treffen ein. Das "Max-Senf-Und-Ketchup-Haus" wird Projekhaus, ständige Vertretung der kulturellen Szenen Berlins, der Partnerstädte und der Welt -und  Ort gegenseitigen Respekts. Ein zentraler- aber "verwunschener" Kraftplatz im Jüdenviertel, zwischen zwei christlichen Kirchen und der ehemaligen Sternwarte gelegen, erlaubt das Andocken an Geschichte und macht erlebbar, wie Geschichte unser Leben im Hier und Jetzt prägt. 

Bereits im ausgehenden 13. Jh. gab es hier eine Bebauung, nur wenige Meter entfernt steht die Stadtkirche Sankt Marien mit dem geschichtsträchtigen Sandsteinrelief einer „Judensau“, ein stummer Schrei nach einem jüdisch-christlichen Dialog.

Die Beschäftigung mit Haus und Grundstück öffnet den Weg in die Geschichte und die Zukunft.

Wie sah das Haus aus, das während des siebenjährigen Krieges zerstört wurde? Wer wohnte hier und welche Ereignisse haben sich hier zugetragen (auch vor und nach dem Wirken der Reformatoren?) – Welche Geheimnisse birgt das Grundstück?

 

Aus Sicht der "Papisten" und vieler anderer Weltanschauungen, Juden wohl ganz besonders, ist das Reformations"jubiläum" kein Grund zum Jubeln.

Durch die vor 500 Jahren von hier ausgehende Reformation ist  Lutherstadt Wittenberg ein „Bedeutungsort des Christentums“, Pilgerstätte und nationales Symbol.

Das Gedenken an dieses große historische Ereignis sollte einen feierlichen Anlass bieten, den neuen Papst (zusätzlich gerne auch mit dem alten), aber auch den Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche und andere spirituelle Führer zu einer großen Versöhnungsfeier zu laden. 

In Ergänzung zu den Aktivitäten der lutherischen Kirchen versucht die KulturBotschaft sich an einer Moderation des innerchristlichen Dialogs zu beteiligen, versteht sich aber auch als eine Vertretung jener übergroßen Bevölkerungsgruppe (in Sachsen-Anhalt und anderswo), die nicht konfessionell gebunden, nichtsdestotrotz aber häufig auf einer spirituellen Suche ist. Durch die Verbindung einer soziokulturellen mit einer spirituellen Plattform  entsteht ein Netzwerk für einen aufklärerischen "Dialog der Weltanschauungen", wo Lösungsansätze von Streitfragen im Kleinen und im Großen erarbeitet werden können.

Dabei positioniert sich die KulturBotschaft auf Seiten eines „Weltbürgertums“ und einer globalen Ethik in einer Traditionslinie Anhaltischer Aufklärungstraditionen: Die Reformatoren Philipp Melanchthon, Martin Luther, Platzhirsch und "Stein des Anstoßes" - und die Cranachs -  aber auch die Legenden des historischen Dr. Faustus und Prinz Hamlet von Dänemark (als Student in Shakespeares Weltdrama) -  sowie Thomas Müntzer, Gotthold Ephraim Lessing (Ringparabel!), Giordano Bruno, Novalis, Anton Wilhelm Amo (erster Professor afrikanischer Herkunft) und viele andere haben das kulturelle Welterbe Wittenberg mitgeprägt.

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